Blog 01/2016

Existenzgründung? Durchhalten ist wichtig. Kooperationen helfen!

Über das Bohren dicker Bretter. Oder: Was Burger und Baske gemeinsam haben.

Zoomburger - handgemacht - schmeckt!

Irgendwann kurz vor Weihnachten 2015. An einem Freitag, abends gegen 21:00. Nachricht über den Messenger von Frau Eiting – in der üblichen, knappen Form, die sofort zum Punkt kommt: „guten abend  - sry für die störung am wochenende. kennen sie zufällig einen tischler der morgen oder übermorgen in eine arbeitsplatte 3 aussparungen reinsägen kann? mein mann findet so kurzfristig keinen. lg jutta.“ Meine erste Antwort war die Frage, ob es im Baumarkt keine Sägen mehr gäbe. Dann musste ich kurz nachdenken – konnte ich jetzt einfach eine Telefonnummer weitergeben und einen Namen – denn ich wusste jemanden, der sofort helfen könnte. Aber wie kam es überhaupt zu der Anfrage?

Verkaufstresen von Zoomburger ist in Arbeit.

Mitte 2014 hatte ich Jutta Eiting kennengelernt (Name von der Red. nicht geändert :-). In der Vorstellungsrunde eines Existenzgründer-Seminares in Bremen klärte sie uns auf: „Ich sitze hier, weil ich Geschäftsführerin werden muss – mein Mann und mein Schwager können das nicht. Sagen die Männer – also muss ich das machen. Und nun will ich lernen, wie das geht.“ Es ging darum , einen hochwertigen Burger-Imbiss mit einem international erfolgreichen Vermarktungskonzept in Bremen an den Start zu bringen. Gastronomie-Gründungen – das sind die Existenzgründungen, wo ich innerlich immer meinen Hut ziehe und gerne helfe – denn hier ist der Wettbewerb sehr groß, die Versuchung, über den Preis in den Markt kommen zu wollen, fast ebenso groß. Und bei Jutta Eiting klang es sehr danach, daß es um eine qualitativ hochwertige Dienstleistung gehen sollte – wenn man Fleisch mag, natürlich. Das Seminar verlief gut für Jutta Eiting, die aber froh war, als die „Schule“ endlich vorbei war. Dann ging es doch viel langsamer voran, als es eigentlich geplant war: 

Visitenkarte von Mathias Baske

Es gab in Bremen kaum vernünftige Läden, die geeignet waren und vom Preis her auch so, dass man nicht schon zum Start an den Umbaumaßnahmen in finanzieller Hinsicht scheitern musste. Endlich im November 2015 – ein Objekt war gefunden. Der Name war dann mittendrin ein größeres Problem als der Umbau – aber ZoomBurger war dann die Lösung. Alles weitere lief auch gut – bis zum 4. Dezember 2015 – kein Tischler zu finden. Einen Tischler kannte ich damals auch nicht – aber einen Existenzgründer, der mit Holz arbeitet und individuelle Tische herstellte – auf dem dann Pokerrunden gespielt werden – auch in internationalen Wettbewerben. Eine richtig gute Nische für die Planung einer Existenzgründung.

Pokertisch kurz vor der Vollendung in der Werkstatt.

Und ich war froh, dass ich als Problemlöser helfen konnte. Meine Antwort damals lautete: „Mathias Baske baut Pokertische, einfach mal per SMS Anfragen, vielleicht kann er helfen“. Und er konnte.

Was lerne ich aus solchen Situationen: Eine gute Dokumenation von Kontakten ist manchmal genauso wichtig, wie das Durchhaltevermögen bei einer Existenzgründung. Es dauert eben manchmal etwas länger, seine Träume zu verwirklichen. Das Bohren dicker Bretter ist daher im doppelten Sinne wichtig: Manchmal braucht man eben doch einen, der schlussendlich dabei hilft. das letzte Problem zu lösen - also lieber Fragen, lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig.

Das bringt mich mal wieder dazu, mir die Frage zu stellen, warum ExistenzgründerInnen eigentlich immer zu Anfang sagen, dass sie sich gegenseitig helfen werden – aber dann immer so voll mit Gedanken und Arbeit sind, daß sie sich nicht mehr mit anderen treffen, die in einer ähnlichen Situation sind. Auch dieses Problem soll dieses Jahr in bescheidenem Umfang gelöst werden. Regelmäßig werde ich Treffen anbieten – bei Ideen & Co. im Bremer Viertel – die nur dem Erfahrungsaustausch dienen sollen. Aber das ist ja nur die eine Seite: Denn Empfehlungsmarketing und Umsatzsteigerung dadurch können manchmal wirklich helfen. Aber dazu demnächst mehr.

 


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