Blog 11/2016

Hartz-IV-Sanktionen abschaffen!

#Businessplan #Existenzgründungplanen #Scheinselbständigkeit #Ordnunghalten #Mahnungenschreiben #Inkasso

Bild vom U-Boot-Bunker Valentin in Bremen-Farge

Sonntag.

Regenwetter, Besuch von den Schwiegereltern zum Geburtstags-Kaffee-Trinken mit selbstgebackenem Kuchen. Abends noch Steuerunterlagen sortieren – ich bin begeistert. Etwas Zeit genommen, die Zusammenfassung einer Studie zu lesen. Über Sanktionen gegen Alg-II-EmpfängerInnen: „In einer quantitativen Analyse zeigen [die Forscher], dass Hartz-IV-Empfänger ohne oder mit niedrigem Schulabschluss häufiger sanktioniert werden als beispielsweise Abiturienten. Indem sie das Haushaltspanel „Arbeitsmarkt und soziale Sicherung“ hinzuziehen, können die Wissenschaftler außerdem nachweisen, dass dies nicht an mangelnder Arbeitsmotivation oder fehlender Konzessionsbereitschaft der Geringqualifizierten liegt. Sie werden ohne statistisch erkennbaren Grund häufiger sanktioniert. (…)Die Forscher kommen daher zu dem Schluss, dass die Sanktionen in der Grundsicherung soziale Ungleichheit reproduzieren.“ Im Klartext: Menschen mit geringerer Bildung laufen eher Gefahr, sanktioniert zu werden, weil sie die systemischen Zwänge von Hartz Iv nicht so gut verstehen – und weil die Vermittlerinnen in den Jobcentern deren Lebenswelt weniger gut verstehen. Noch ein Grund mehr, die Sanktionen endlich abzuschaffen.

 

Herbst-Impression: Fliegenpilz

Montag.

"Effektiver ist es, erst ein Telefonat zu führen und sich danach seinen Mails zu widmen. Also eine Aufgabe nach der anderen abzuarbeiten. Das ist unter Psychologen eine Binsenweisheit. Und das sagt einem der gesunde Menschenverstand. (…) Effektiver ist es, erst ein Telefonat zu führen und sich danach seinen Mails zu widmen. Also eine Aufgabe nach der anderen abzuarbeiten. Das ist unter Psychologen eine Binsenweisheit. Und das sagt einem der gesunde Menschenverstand“ – solche und noch bessere Sätze konnte ich in der FAZ am Montag lesen. Entsprechend habe ich auch mal wieder die Sachen nacheinander erledigt. Wie früher, mit To-Do-Listen arbeiten, sich freuen über erledigte Aufgaben, die abgehakt werden können. Im Beraterleben gibt es auch Ärger: Ein Kunde lässt sich einen bankentauglichen Businessplan schreiben – und entdeckt dann viele Mängel, wenn er die Rechnung dafür erhält. Mal sehen, wie es ausgeht – denn Gefallen lassen kann man sich das natürlich nicht. Abends mit den Kindern im Kino – ein schöner 70er-Jahre-Film: Burg Schreckenstein. Der nette Rex des Internates sah genauso aus wie mein Grundschullehrer Wille. Im Kino einen zufriedenen Kunden getroffen, der durch Coaching endlich wieder eine neue Berufsperspektive gefunden hat.

 

Zitronenkuchen vom Blech

Dienstag.

Morgens in Delmenhorst unterwegs. Wollepark. Wohnungssuche mit einem Kunden von mir, der von Wohnungslosigkeit gefährdet ist. Kein Ergebnis. Aber Kontakt hergestellt, der sich als nützlich erweisen kann. Der Wollepark ist wie immer eigentümlich: Friedliche Herbst-Winter-Stimmung, Aufbruch und Stillstand, Hilfe und Elend auf wenigen Quadratmetern. Die Delmenhorster Politik kämpft für einen Neuanfang, der die Stadt verändern wird: einige Wohnblöcke werden abgerissen, andere werden gerade grundsaniert.

Dann noch Angebote schreiben für zwei Gründer, die noch schnell vor dem Jahresende Businesspläne brauchen – und die entsprechende Beratung dazu: Imbiss und Handel. Schwierige Gründungen , aber machbar. Abends: Berichte über Amerika im TV angesehen.

 

Mittwoch.

Schöner Schnee am Morgen. Thema „Trump“. Meine Tochter findet das Wahlsystem in den USA doof: „Kann doch nicht sein, dass jemand die Mehrheit der Stimmten hat, aber trotzdem verliert.“ Stimmt. Die kulturelle Seite dieses Wahlerfolges ist das eine. Die Frage, welche wirtschaftlichen Folgen dies haben wird, stand deutlich in einem Artikel des Manager-Magazins: „Die Exporte in die USA werden schwieriger, gleichzeitig wird die Nachfrage nach deutschen Premiumprodukten aus China deutlich nachlassen. Damit droht Deutschland eine tiefe Rezession, auf die es kaum wirtschafts- oder geldpolitische Antworten gibt.“ Mit meinen Sohn auf jeden Fall schon mal die Grundrechenarten geübt. Die brauchen wir auf jeden Fall.

 

 

Kartoffelsuppen-Rezept gerne auch Anfrage

Donnerstag.

Gute Nachrichten verkündet der VGSD: Neuregelung soll Werk- und Dienstverträgen in Projektgeschäft nicht entgegenstehen. Es geht um die Neuregelung der Arbeitnehmer-überlassung, die auch Freiberufler und Berater treffen könnte. Doch im Begleitausschuss bei der Gesetzesänderung wurde festgehalten: „Ferner wurde festgestellt, dass mit der Definition der Arbeitnehmer-überlassung in § 1 Absatz 1 Satz 2 AÜG die derzeitige Rechtslage nicht geändert werden solle, etwa bei der Beauftragung von Beratungsunternehmen. Das Gesetz ziele nicht darauf ab, die unternehmerische Tätigkeit beispielsweise von Beratungsunternehmen einzuschränken.“ (…) Die Neuregelung solle dem sachgerechten Einsatz von Werk- und Dienstverträgen in den zeitgemäßen Formen des kreativen oder komplexen Projektgeschäfts nicht entgegenstehen, wie sie zum Beispiel in der Unternehmensberatungs- oder IT-Branche in Optimierungs-, Entwicklungs- und IT-Einführungsprojekten anzutreffen seien.“ Das sind sicherlich die entscheidenden Sätze. Der VGSD bleibt dran. Dran geblieben bin ich auch in einer anderen Angelegenheit: Diese Woche hat es mal wieder geklappt: Jemand aus meinem Netzwerk von Existenzgründern gibt einem jungen Menschen die Chance auf ein sog. EQJ, also die Vorbereitung auf eine Ausbildung. Der erste Schritt ist getan. Erste Schritte auch in Mathe mit meinen Sohn: Grundrechenarten geübt. Mit Apfelsinen ging es besser als mit dem Rechenschieber.

Freitag.

Es ist anstrengend, wenn Existenzgründer und Existenzgründerinnen genau die Fehler machen, vor denen ich immer in Beratungsgesprächen warne: Keinen Businessplan zu haben, bedeutet eben, keinen Plan zu haben. So einen Fall hatte ich jetzt wieder: Die Anfrage war: Mal eben ein paar Zeilen schreiben und ein paar Zahlen – losgehen müsse es schnell, der Kauf der Geräte wäre schon vereinbart, nun brauche man nur noch etwas schriftliches, damit die Verpächter sehen, wie man das Geschäft planen wird. Kosten soll die Beratung eigentlich nichts. Weil man ja auch nicht viel haben will. Das konnte ich nur ablehnen – und aus ganzen Herzen viel Glück wünschen – denn das wird der Gründer brauchen, wenn er nicht scheitern will. Das erinnert mich daran, endlich mein E-Book über die Fehler bei der Existenzgründung zu Ende zu schreiben. Ob es bis nächste Woche zu schaffen ist? Der 11.11. ist ein besonderer Tag. Es ist der Geburtstag meiner Großmutter Johanne. Geboren im Jahr 1896. Sie wäre in diesem Jahr 120 Jahr alt geworden. Ihre Eltern haben am 1885 in Deichhorst geheiratet. Die Vorfahren meiner Großmutter kommen aus Ostfriesland, mein Großvater aus Oberfranken. Den 11.11. haben wir früher immer schön gefeiert. Schöne Erinnerungen: Kleine Wohnung, enge Räume, Flips, Lieder, Singen, Lachen, manchmal Streit, Muckefuck, süßer Wein. Bei der Feier hat immer alles gestimmt. Gestimmt hat heute auch meine Garderobe zur Mittagszeit. Oder?

Sozi - Was sonst?

Samstag

Leider musste es heute sein. Aufräumen, Akten beschriften, altes wegschmeißen, abends ist noch ein kleiner Haufen übrig, der aber noch gut zu schaffen ist. Zwischendurch mal Kochen und Einkaufen – und viel Papier in die blaue Tonne schaffen. Und: Auch Unternehmensberater müssen Rechnungen bezahlen. Und Mahnungen schreiben. Zwei Mahnungen müssen heute noch raus – ärgerlich, aber nicht zu verhindern – es gibt wirklich wenige Kunden, die ihre Rechnungen nicht zahlen. Meistens sind es sog. „Biodeutsche“. Aber auch jeder Anwalt kann helfen. Grundsätzlich gilt natürlich: Nicht Briefe schreiben, sondern anrufen und fragen, woran es liegen kann. Wenn es mal richtig Ärger gibt – hier in der Region empfehle ich die Bremer Inkasso GmbH. Guter Service, gute Preise.

 

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