Blog 17/2017


Zukunft - nur mit Erdbeerkuchen!


Wege gehen - auch wenn es dauert!

Existenzgründung vorbereiten, heisst: Viele Fragen zu Beginn ordentlich klären!

Ein zentrales Problem der Menschen, die derzeit Arbeit suchen, ist die jeweilige Ausgangsqualifikation. In Delmenhorst zum Beispiel bewegt sich bei der Entspannung der Situation auf dem Arbeitsmarkt kaum etwas. Ursache ist die fehlende berufliche Qualifikation vieler Langzeitarbeitsloser, die jahrelang nicht beachtet wurde. Und immer wieder auch die notwendige Verfahrensschritte, die gegangen werden müssen, wenn sich jemand qualifizieren will. Die Debatte darüber, wie das Qualifizierungsdefizit behoben werden kann und muss, ist er am Anfang - es gibt enormen Handlungsbedarf - und keine wirklich schlüssigen Konzepte.

Manchmal geht es auch in ganz andere Richtungen: "Ich wurde an der btk in Hamburg für ein Illustrations-Studium angenommen! Ich wollte mich noch mal bei Ihnen bedanken ohne Sie hätte ich niemals versucht mich noch mal an einer Uni zu bewerben, ich bin unglaublich froh endlich wieder einen Weg gefunden zu haben und sie haben mich darauf gebracht!“ Die Kundin von mir konnte ich in vom JobCenter finanzierten Einzelcoachings darauf bringen, dass sie am Anfang ihres Berufslebens eigentlich Zeichnerin werden wollte – und sie hat sich jetzt getraut, diesen Weg zu gehen.  Und dann noch die Nachricht von einem Arzt aus Syrien, der nach langer Zeit - er spricht mittlerweile akzentfrei Deutsch - endlich die Chance erhält, in der Gemeinschaftspraxis von Dr. Liedtke und Dr. Müller in Bremen-Lesum ein Praktikum machen kann. Ich möchte mich an dieser Stelle dafür noch einmal bedanken - ausdrücklich!

Zukunft - nur mit Erdbeerkuchen

„Wie stellst Du Dir die Zukunft eigentlich vor?“ – so unvermittelt beim Mittagessen fragten letztens meine Kinder. Tja, wie? Meine Kinder wollten wissen, wie ich mir diese Zukunft technologisch vorstelle – ob mit fliegenden, von der Sonnenkraft angetriebenen Autos und mit vielen Robotern, die uns als Hilfe dienen. Wir sprachen dann auch über die Probleme, die auf dem Weg dahin zu bewältigen sind – die Energie, die wir brauchen, und welche Energie gut ist für unseren Planeten: Energie aus Sonne und Wind, die unsere Erde nicht noch wärmer macht, als sie jetzt schon ist. Ein Experiment haben wir dann gemacht: Einen schmelzenden Eiswürfen in ein randvoll gefülltes Gefäß gelegt und gewartet, bis die Überschwemmung kommt. Seitdem fällt es meinen Kindern leichter, morgens überall das Licht auszumachen. Und dann haben wir noch einen konkreten Zukunftsplan gemacht: In fündundzwanzig Jahren am gleichen Platz zu sitzen – mein Sohn sagt: Mit Deinen Enkeln dann – und Erdbeerkuchen zu essen mit Sahne – von Erdbeeren, die aus dem Garten kommen. Versprochen.

Denken. Mit Zahlen. Für die Zukunft.

Im Blog 05/2017 schrieb ich: "Habt ihr es auch schon gemerkt? Die Demografie-Voraussagen der Bundesregierung, die jahrzehntelang – auf der Grundlage von Prognosen von Wirtschaftsweise und Politiker- den Untergang westlicher Gesellschaften vorhersagten, werden still und leise zurückgenommen. Hieß es damals noch: In Deutschland würden zu wenig Kinder geboren, zu wenig junge Arbeitskräfte stünden zur Verfügung, die Alterung der Gesellschaft sei nicht aufzuhalten. Diese Botschaft war meist verbunden mit der Konsequenz: Die sozialen Sicherungssysteme lassen sich nicht weiter aufrechterhalten. Privatvorsorge musste her. Nun sind diese Vorsorgesysteme allesamt gescheitert. Schwups: Anders als in früher angestellten Prognosen geht die Bundesregierung demnach nicht mehr von einem Sinken der Bevölkerungszahl von derzeit 82 auf 73 oder gar 67 Millionen aus. Unter den veränderten Bedingungen könne "die Einwohnerzahl in Deutschland bis 2060 ungefähr auf dem heutigen Stand stabil bleiben", lautet die Voraussage. Wir werden es erleben.“ Neues Material dazu findet sich überall – ein Beispiel hier: „Soweit mit dem eigenen Denken gekommen, brauchen wir nur noch nachzurechnen: Beträgt der Produktivitätsfortschritt in den nächsten 50 Jahren durchschnittlich nur ein Prozent – und das ist eine sehr pessimistische Prognose für unsere Wettbewerbswirtschaft – so würden im Jahr 2060 in jeder Arbeitsstunde zwei Drittel mehr als heute hergestellt. Damit wäre ein Arbeitnehmer in der Lage, seinen Anteil für die gesetzliche Rente auf 20 Prozent zu verdoppeln und hätte trotzdem noch fast 50 Prozent mehr in der Tasche. Selbst ein absurd hoher Arbeitnehmer-Anteil von 30 Prozent für die Rente ließe ihm noch 28 Prozent mehr in seiner Tasche. Dazu käme dann noch der Arbeitgeberanteil, so dass die prognostizierte höhere Rentnerzahl sogar noch gut am Fortschritt teilnehmen könnte. Warum wird diese simple Rechnung von all den Politikern bei ihren Prognosen ignoriert? Weil die Rechnung eines voraussetzt: Der Produktivitätsfortschritt müsste anteilig auch an die Arbeitenden ausbezahlt werden. Nur so könnte das Geld auch bei den Sozialversicherungen landen. Und das ist der Knackpunkt. Eine Teilnahme der Löhne am Produktivitätsfortschritt wird bewusst nicht mitgedacht.“ Also: Einfach anfangen, nachzudenken. Und das besonders im Wahljahr. Danke an Gerhard Bosbach für diesen Beitrag. Wer mehr Bosbach haben will: Gerd Bosbach das Buch "Lügen mit Zahlen – Wie wir mit Statistiken manipuliert werden" (Heyne Verlag 2011).

Es geht um mehr als die Eier.

In dieser Woche haben wir mal wieder alle gezeigt, dass uns die Umwelt nur dann interessiert, wenn es uns an die Eier geht. Denn: Die Dosis Fipronil, die wir zu uns nehmen müssen, damit wir gesundheitliche Schäden davon tragen – so viele Eier essen wir im Durchschnitt gar nicht. „Was ist eigentlich Fipronil?“, habe ich mich gefragt. Die gefundenen Antworten machen mir große Sorgen. „Fipronil ist eine der zahllosen Substanzen, die in den Laboren der chemischen Industrie im Laufe der Jahrzehnte entwickelt wurden, um Schädlingen den Garaus zu machen. Jetzt hat man es in Hühnereiern gefunden, was vermutlich daran liegt, dass ein belgischer Händler das Zeug verbotenerweise einem Mittel zur Bekämpfung von Geflügelparasiten beigemischt hat.“ Fipronil ist ein Insektizid, welches im Verdacht steht, für den Tod von Tausenden von Bienenvölkern mit verantwortlich zu sein. Genauso wie die sog. Neonikotinoiden. "Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit macht Fipronil zum Teil für das zunehmende Bienensterben in Europa verantwortlich und schränkte die Nutzung des Pestizids deshalb im Sommer 2013 deutlich ein. Seitdem darf das Mittel nicht mehr für Behandlung von Mais- und Sonnenblumensaatgut verwendet werden. Lediglich der Einsatz bei Pflanzen, die vollständig in Gewächshäusern wachsen, bleibt weiterhin erlaubt." In dem oben schon zitierten Spiegel-Online-Artikel von Christian Stöcker – gerade mal einer meiner Lieblingsautoren - heisst es zum Abschluss: „Es sieht aus, als spiele die Monokulturlandwirtschaft mit all ihren giftigen Helferlein eine zentrale Rolle für das Bienensterben in der westlichen Welt, insbesondere den USA. In Douglas Couplands eingangs zitiertem Roman "Generation A" kann man nachlesen, wie eine Welt ohne Bienen in etwa aussehen würde: kaum noch Blumen, Äpfel und Honig als Luxusgüter, kollabierte Ökosysteme, Fettsucht fördernder Maissirup als Grundnahrungsmittel - Mais wird nämlich durch den Wind bestäubt. Mit den Bienen verhält es sich ähnlich wie die mit dem Klimawandel - das Ganze geht so langsam, dass wir uns schlecht darauf konzentrieren können. Mit den Eiern in unserem Kühlschrank ist das offenbar einfacher.“

Wenn ein Konzern den anderen kauft ...

In dieser Woche hatte ich mit einem skurrilen Problem zu tun. Viele Wohnungen in Delmenhorst wurden bis Juni 2017 von einem Wohnungsbaukonzern bewirtschaftet – der Conwert. Diese Firma musste ich für einen Kunden anrufen – da dieser Kunde noch Forderungen an diese Firma hatte. Wochenlang habe ich versucht, die zuständigen Stellen anzurufen – ohne Erfolg. E-Mails blieben ohne Antwort. Dann habe ich mal der Stadt Delmenhorst angerufen und gefragt, ob es Erkenntnisse gibt. Nein, gab es nicht. Hätte ja sein können, dass der Konzern einfach pleite gegangen ist. Aber im Handelsblatt vom 27.03.2017 konnte ich dann lesen: „Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia ist mit der milliardenschweren Übernahme des österreichischen Konkurrenten Conwert am Ziel. Wie Vonovia am Montag in Bochum berichtete, haben nach der verlängerten Annahmefrist Aktionäre mit 93,09 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte dem Übernahmeangebot zugestimmt. Die Integration des Unternehmens soll bis zum Sommer abgeschlossen sein, teilte Vonovia mit. Durch den Zusammenschluss von Vonovia und Conwert entsteht ein Unternehmen mit einem kombinierten Bestand von rund 355.000 Wohnungen. Die rund 24.500 Wohnungen von Conwert liegen vor allem in Leipzig, Berlin, Potsdam, Dresden und Wien. Bereits beim Bekanntwerden der Pläne hatte Vonovia-Chef Rolf Buch die Offerte für das börsennotierte Wiener Unternehmen ausdrücklich als „freundlich“ eingestuft.“  Dieser Konzern hat sich dann an seine Mieter gewandt – und zwar am 10. Juni 2017 – mit der Bitte, doch dafür zu sorgen, dass die Miete dann auf ein neues Konto gezahlt wird. Bei Alg-II-Beziehern bedeutet das: JobCenter informieren, dass es ein neues Konto gibt, auf das die Miete zu zahlen ist. Das hat bei vielen nicht mehr rechtzeitig geklappt, weil diese Vorgänge dann ja neben dem laufenden Geschäft keine Priorität bekommen können. Und: Vonovia schrieb dann im Juli alle neuen Mieter an, dass es leider nicht klappen konnte mit der Mietüberweisung, weil das Geschäftskonto, was im Brief erwähnt worden war, nicht korrekt eingerichtet worden ist. Schönes Chaos. Ich werde weiter beobachten, was da so passiert.

Musikomat. Ausprobieren!

Immer soll es ja einen Musiktipp geben in meinen Blogs. Wird es auch, aber erst muss ich mein Entsetzen kundtun über eine entsetzlich schlecht programmierte App, die Musikomat heisst und Werbung für einen Musik-Streaming-Anbieter namens Deezer ist. Es gab also eine Frage auf Facebook, ob man herauskriegen möchte, welcher parteipolitischen Richtung wohl mein Musikgeschmack entspricht. Das Ergebnis könnt ihr links sehen. Wer mich nur ein bißchen kennt, weiss, dass ich nicht nach allen Seiten offen bin … Mein Musiktipp in dieser Woche:

 Es geht um einen tollen Sänger - David Byrne - und die Band Talking Heads. Gefunden im Netz zum Song "We're on the road to nowhere" habe ich folgendes: "Bei seinen Anhängern gilt der Charakterkopf als die Verkörperung des intellektuellen Großstadt-Neurotikers. Doch nach Tausenden Konzerten und TV-Auftritten ist der gebürtige Schotte total ausgebrannt. Irgendwie fühlt er sich leer und ohne Ideen. Doch die Plattenfirma verlangt nach neuen Songs. Stunden sitzt er also vor einem leeren Blatt Papier, bis ihm plötzlich ein interessanter Gedanke kommt: Warum nicht die gedankliche Leere aufs Papier bringen? So ein bisschen stehen wir doch alle vor dem Nichts - und befinden uns auf der Straße nach Nirgendwo. Nur wenig später ist der komplette Song fertig. "Road to nowhere" wird ein Hit und der größte Erfolg für die Talking Heads." Den Link zum Song gibt es hier.  





Kommentar schreiben

Kommentare: 0