Blog 21/2017: Marketing mit Facebook (1)


Online-Marketing: Bauchgefühl alleine nützt nicht!

Meine Erfahrung zeigt, dass einer der größten Fehler bei der Existenzgründung ist, zu glauben, die Kunden würden dann schon erkennen, wie gut man ist. Und dann werden Flyer gedruckt und verteilt, vielleicht noch eine Homepage erstellt, und Facebook, ja, da wird dann auch noch eine Seite erstellt. Eine abgestimmte Kombination kann gut laufen - Beispiele kann ich dazu auf Nachfrage gerne nennen. Auch gefühlsmäßig ist es bei mir so, dass ich glaube, die meisten machen nur sehr unsystematisch Marketing. Nun gibt es interessante Zahlen zum Umgang von Marketing bei kleineren Unternehmen. Eine Studie  hat folgende Ergebnisse: Grundsätzlich ist den befragten Unternehmen die Bedeutung von Online-Marketing bewusst, 83 % haben deshalb eine eigene Website, 59 % nutzen Social Media, vor allem in Form eines Facebook- oder Instagram-Auftritts. Allerdings investiert die Hälfte von ihnen nur maximal 10 % der gesamten Werbeausgaben in digitales Marketing. Ein Drittel schaltet Social-Media-Anzeigen, ein Viertel betreibt Suchmaschinenmarketing. 80 % der befragten Kleinunternehmen setzen ihr digitales Marketing in eigener Regie um, wobei in der Regel der Chef selbst aktiv wird. Geld ausgegeben wird dafür nach wie vor vor allem für Print-Werbung - mehr als die Hälfte der Firmen lässt Flyer und Handzettel extern drucken und bucht Anzeigen in der Lokalpresse. Bei der Frage, welche Werbemaßnahmen wirklich effizient sind, verlassen sich viele Unternehmer lieber auf ihr Bauchgefühl. Ein Viertel von ihnen misst bei keiner Werbemaßnahme den Erfolg. Allerdings ist laut der Studie einigen der inhabergeführten Kleinunternehmen ihr Kompetenzdefizit bei der Erfolgsmessung durchaus bewusst und sie wünschen sich insbesondere beim digitalen Marketing mehr Unterstützung auf diesem Gebiet. Das scheint auch nötig! Wer von Euch lässt sich systematisch beim Marketing beraten - oder auch beim Online-Marketing? Oder ist doch alles nur Bauchgefühl?


Kostenloses Marketing auf Facebook? Geht das?

Ein Kundenauftrag lässt mich mal wieder daran arbeiten, Online-Marketing, Facebook und Website so zu kombinieren, dass der Online-Shop höhere Verkaufszahlen erreicht. Dabei musste ich mich mal wieder mit der Systematik der Fan-Seiten von Unternehmen beschäftigen. Denn seit 2007 gibt es die sog. „Fan“-Seiten von Unternehmen und Organisationen. Als 2007 die „Fanseiten“ eingeführt wurden, konnte jeder eine Seite für sein Unternehmen erstellen und dadurch dafür sorgen, dass die „Follower“ Beiträge auf dieser Seite auch sehen werden. Seit 2012 sinkt die Zahl derer, die Beiträge auf diesen Unternehmensseiten auch direkt angezeigt bekommen, aber kontinuierlich. Untersuchungen zeigten schnell, dass die Beiträge nur noch von 16% derjenigen gesehen wurden, die eine Seite mit „Gefällt mir“ versehen hatten. Seit 2013 sinkt diese sog. „organische Reichweite“ auf 6,5% und weniger. Mittlerweile kann davon ausgegangen werden, dass die Reichweite nur noch bei 2% liegt. Wir rechnen mal: Eine Seite mit 2.500 „Likes“ – und das ist schon viel! - erreicht mit Beiträgen nur rund 50 ihrer Fans über den Newsfeed. Bei Seiten mit 1 Millionen Fans sind das nur 20.000 (wenn man streng von den oben genannten 2 % ausgeht). Facebook geht mit dieser Veränderung auch ganz offensiv um. Die Folge einer geringeren organischen Reichweite ist klar:. Es gibt weniger Klicks, weniger Kommentare und weniger Shares. Weniger Interaktionen bedeutet: Die sog. „Conversion“-Rate sinkt, d.h. wenn weniger Kunden die Seite sehen, können auch nur weniger Kunden die Produkte oder Dienstleistungen sehen, „liken“, bestellen oder kaufen. Entsprechend kamen und kommen die Verschlechterungen beim Facebook-Algorithmus also bei vielen Seitenverwaltern nicht gut an. Warum hatte sich Facebook also überhaupt dafür entscheiden, die organische Reichweite zu verringern? Ohne böswillig zu argumentieren: Es ist davon auszugehen, dass letztlich nur die Absicht hat, mehr Nutzer dazu zu bewegen, Geld für bezahlte Werbeanzeigen ausgeben, um die verlorene Reichweite so wieder wett zu machen.


Anzeigen schalten für mehr Reichweite auf Facebook.

Mit Jimdo und RankingCoach bei Google auf Seite 1!

Kurzes Zwischenfazit: Facebook ist eben eine Werbefläche - und Werbeflächen muss man überall bezahlen. Seitenverwalter müssen daher dazu übergehen, für Werbeanzeigen zu zahlen, um neue „Fans“ zu gewinnen – auch dann, wenn die „Fans“ sich dann eben aus freien Zügen dafür entscheiden können, Inhalte der Seite angezeigt zu bekommen: Dies geschieht aber ja nur, wenn die Anzeige vom potentiellen Fan gesehen wird – und er dann auch wirklich anklickt. Experten drücken das dann sinngemäß so aus, dass Facebook ein lukratives Geschäftsmodelll ist – für Facebook: Unternehmen haben ihre Seite auf Facebook. Unternehmen zahlen dafür, dass User die Seite sehen und liken. Facebook selbst sieht das anders, wie Brian Roland 2014 schrieb: „Nein. Unser Ziel ist es, den Facebook-Kunden stets das beste Nutzererlebnis zu bieten. Wir glauben, dass ein optimales Erlebnis für alle Nutzer auch von Vorteil für Unternehmen auf Facebook ist. Wenn Nutzer aktiver sind und mit Inhalten ihres Newsfeeds interagieren, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie dies auch mit Unternehmensinhalten tun, die dort angezeigt werden.“

Es ist also klar: Die sog. „organische Reichweite“ reicht nicht aus, um gute Geschäfte zu machen. Wer mit Facebook sein Zielpublikum also wirklich erreichen will, muss seine organische Reichweite mit bezahlten Werbeanzeigen optimieren.

Damit Unternehmen Facebook und die organische Reichweite verstehen, ist es notwendig, sich mit einem weiteren Begriff zu befassen: Dem Algorithmus von Facebook. Dazu mehr im nächsten Blog - erscheint am 29.10.2017 um 12:00.


Datenschutz: Änderungen ab Mai 2018 beachten!!

Im Wesentlichen kommen auch Gründer mit Daten anderer Personen und Unternehmen dann in Kontakt, wenn sie Kundendaten und Mitarbeiterdaten verarbeiten. Neu ist, dass Unternehmen - also auch Gründer - mit Inkrafttreten der europäischen Datenschutz-Grundverordnung im Mai 2018 ihre Kunden und Mitarbeiter über die jeweilige Datennutzung informieren müssen und diese Datenverarbeitungsprozesse in einem Datenschutzkonzept einmalig dokumentieren. Im Übrigen bleibt es bei folgenden Regeln:

Kundendaten: Das Bundesdatenschutzgesetz erlaubt ein Erheben, Speichern, Verändern oder Übermitteln personenbezogener Daten oder ihre Nutzung, wenn es dabei um die Erfüllung eigener Geschäftszwecke geht. So darf ein Unternehmer alle Daten in Absprache mit dem Kunden erfassen, die er benötigt, um seine Leistung zu erbringen. Das reicht von der Rechnungsanschrift bis zu den vorhandenen Softwarestrukturen des Kunden für den IT-Dienstleister oder zur Fensteranzahl des Bürogebäudes für den Fensterreiniger. Diese Daten darf der Unternehmer aber nicht an Dritte weitergeben. Speichern darf der Betrieb die Daten so lange, bis der Auftrag erledigt ist. Will er sie in einer Datenbank archivieren, bedarf das einer Genehmigung.

Mitarbeiterdaten: Die Regeln des Beschäftigtendatenschutzes sehen vor, dass personenbezogene Daten für Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses erhoben, verarbeitet oder genutzt werden dürfen. Zwingende Voraussetzung ist, dass ohne sie kein rechtskonformes Beschäftigungsverhältnis zustande kommen kann. Damit dürfen Name der Person, Steuer-Identifikationsnummer, Daten zur Sozialversicherung, Beruf, Qualifikation und Einsatzfähigkeit verarbeitet werden.

Die IHK München hat einen Datenschutz-Check für Unternehmen online gestellt, um Unternehmen auf die neue Datenschutzverordnung vorzubereiten. Quelle: Startothek-Newsletter.


Giftfrei in die Zukunft?

In dieser Woche stand es überall zu lesen: Umweltverschmutzung trägt weltweit zu jedem sechsten Todesfall bei. Eine internationale Studie ergibt, dass Belastungen von Luft, Wasser und Böden im Jahr 2015 etwa neun Millionen vorzeitige Todesfälle verursacht haben.Todesursachen sind vor allem Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Lungenleiden. In Deutschland gehen die Forscher davon aus, dass eine belastete Umgebung zum Tod von mehr als 62 000 Menschen beitrug - etwa 6,6 Prozent aller hiesigen Todesfälle, wie das Forscherteam im Fachblatt „The Lancet“ schreibt. Die Arbeit soll der Politik helfen, die richtigen Schlüsse zu ziehen, um die Situation abzumildern. Bei solchen Sätzen muss ich immer lachen. Ein Beispiel: In diesen Tagen wird darüber entschieden, ob das Monsanto das Gift Glyphosat weiter verkaufen darf oder nicht. Ihr erinnert euch: Glyphosat soll krebserregend sein. Dabei hat die derzeitige Stellungnahme des Bundesamt für Risikobewertung über den Antrag von Monsanto auf weitere Zulassung jetzt den Status eines Plagiats erreicht – so wird es vielfältig zitiert – ich nehme mal das Zitat aus einem sehr systemkritischen Blatt – dem Deutschen Ärzteblatt: „Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat nach Einschätzung eines Plagiatsprüfers für seinen Glyphosat-Bericht wesentliche Angaben von Herstellern des umstrittenen Unkrautgifts wörtlich übernommen. Es sei „offensichtlich, dass das BfR keine eigenständige Bewertung der zitierten Studien vorgenommen hat“, erklärte Stefan Weber heute bei der Vorstellung eines von ihm erstellten Sachverständigen­gutachtens in Berlin. Über „zahlreiche Seiten hinweg“ seien Textpassagen „praktisch wörtlich übernommen“ worden. Der Bewertungsbericht des BfR und damit die wissenschaftliche Grundlage für die von der EU-Kommission vorgeschlagene Zulassungsverlängerung von Glyphosat für weitere zehn Jahre erfülle in wesentlichen Teilen die „Kriterien eines Textplagiats“, erklärte Weber. Das systematische Unterlassen von Quellenangaben und das gezielte Entfernen von Hinweisen auf die tatsächlichen Verfasser lasse sich „nur als bewusste Verschleierung ihrer Herkunft deuten“. Meine Laune ist entsprechend schlecht, wenn ich dann noch höre, dass in den Verhandlungen zur Jamaika-Koalition davon wohl noch keine Rede ist – Frau Merkel könnte ihren Einfluss aber geltendmachen, um das Verbot endlich durchzusetzen. Wenn du was tun willst, dann zeichne die Petition von campact! Mein Musiktipp zur Lage: „Aufsteh’n von bots: "Es gibt so viele, die wie Du auf bessere Zeiten warten, wo keiner sich mehr Angst um morgen macht, aber unser Morgenrot kommt nicht nach einer durchgeschlafenen Nacht."



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